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Positionsspiel im Fußball: die richtigen Abstände im Ballbesitz

Ob eine Mannschaft gut verbunden ist, siehst du nicht an der Formation. Du siehst es an den Abständen. Hier erfährst du, wie gute Raumaufteilung aussieht und woran du sie erkennst.

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Kurze Abstände am Ball: Dreiecke und Rauten.

Was ist Positionsspiel?

Positionsspiel heißt: Dein Team besetzt und nutzt im Ballbesitz Räume gezielt. Die Spieler schaffen Passwege, unterstützen sich und öffnen Räume für den nächsten Angriff. Rund um den Ball stehen sie eng, weiter weg halten andere Breite und Tiefe. Es geht weniger um feste Positionen als um gute Abstände.

Sind die Abstände zu groß, fehlen oft kurze Passwege. Und nach einem Ballverlust dauert der Zugriff länger. Stehen sie zu eng, nehmen sie sich gegenseitig die Passwege weg.

Gute Raumaufteilung heißt also nicht „möglichst eng“ oder „möglichst breit“. Die Abstände müssen zur Situation passen. Und sie ändern sich mit jedem Pass.

Im Ballbesitz: ballnah eng, ballfern breit

Rund um den Ball brauchst du kurze Abstände. Dann hat der Ballführende mehrere Anspielstationen und kann auch unter Druck weiterspielen. Stehen Sechser, Achter und Außenverteidiger gut zueinander, entstehen Dreiecke und Rauten.

Aber Achtung: Kurze Abstände heißen nicht, dass die ganze Mannschaft zusammenklebt. Während ein paar Spieler am Ball eng zusammenstehen, halten andere bewusst Breite und Tiefe. Breite heißt: Dein Team nutzt den Platz von links nach rechts. Tiefe heißt: Spieler besetzen unterschiedliche Höhen und bieten Wege nach vorne an, bis an die letzte Linie des Gegners.

Zum Beispiel bleibt der Flügelspieler auf der ballfernen Seite breit, während auf der anderen Seite kombiniert wird. In derselben Situation haben deine Spieler also zwei verschiedene Jobs. Ballnah sorgen sie für Anspielstationen. Ballfern halten sie den Raum offen, damit eine Verlagerung möglich bleibt.

Gute Raumaufteilung ist nie fertig. Wechselt der Ball die Seite, ändern sich auch die Abstände. Wer eben noch ballfern war, ist plötzlich ballnah. Dafür müssen andere jetzt Breite oder Tiefe geben.

Das ist Tag 12 im Taktikblick. Alle Boards auf dieser Seite stammen aus dieser Mail.

Wenn die Abstände nicht stimmen

Drei Bilder siehst du immer wieder, in der Bundesliga genauso wie in der D-Jugend.

Zu große Abstände: kaum Anspielstationen.

Zu große Abstände: Der Ballführende hat kaum Anspielstationen in der Nähe. Pässe werden lang, und nach einem Ballverlust ist keiner schnell genug da.

Zu kleine Abstände: alle im selben Raum.

Zu kleine Abstände: Mehrere Spieler stehen im selben Raum. Passwege verschwinden, und der Gegner setzt gleich mehrere auf einmal unter Druck.

Zu viele auf einer Seite: der Rest des Feldes ist leer.

Zu viele auf einer Seite, ohne Plan: Viele kurze Verbindungen, aber der Rest des Feldes ist leer. Verlagern wird schwierig, die Mannschaft wird einseitig.

Wichtig beim dritten Bild: Eine Seite bewusst zu überladen, kann genau richtig sein. Du stellst dort mehr Spieler hin, um eine Überzahl zu schaffen oder den Gegner auf diese Seite zu locken. Willst du danach verlagern, sollte auf der anderen Seite jemand anspielbar bleiben. Dann wartet dort viel Platz. Du kannst die Überzahl aber auch direkt zum Durchbruch nutzen.

Die Frage ist also immer: Wen brauchen wir gerade am Ball, und wer muss andere Räume besetzen?

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Positionsspiel und Kompaktheit

Positionsspiel beschreibt die Raumaufteilung mit Ball. Kompaktheit beschreibt meist die Mannschaft gegen den Ball: Die Spieler rücken zusammen, damit der Gegner wenig Platz zwischen den Linien hat.

Beides hängt enger zusammen, als man denkt. Stehen mehrere deiner Spieler nah am Ball, wenn er verloren geht, können sie sofort nachsetzen. Die Wege zum Ball und zu den nächsten Gegenspielern sind kurz. Das nennt man Gegenpressing. Gute Abstände im Ballbesitz helfen dir also auch nach einem Ballverlust. Zusammen mit der Restverteidigung sind sie die Grundlage für schnelles Gegenpressing.

Das heißt aber nicht, dass du möglichst viele Spieler zum Ball schieben solltest. Sonst fehlt dir an anderer Stelle der Raum, und ein langer Ball reicht, um dich zu überspielen.

Und bei deiner Mannschaft?

Klebt bei euch die halbe Mannschaft am Ball? Das ist im Jugendfußball ganz normal. Gib einem Spieler den festen Auftrag, auf der ballfernen Seite breit zu bleiben. Ein Spieler reicht für den Anfang.

Im Training helfen Spielformen mit Zonen. Markier das Feld mit Hütchen in mehrere Streifen, und jede Zone darf nur von einem oder zwei Spielern besetzt sein. So üben deine Spieler, freie Räume zu erkennen und ihre Abstände anzupassen.

Für die Besprechung zeichnest du die Abstände in der Taktikapp auf, gute und schlechte nebeneinander. Wie das geht, zeigt die Seite Spielzüge zeichnen.

Deine Trainer-Challenge

Schau beim nächsten Spiel 15 Minuten nur auf die Abstände einer Mannschaft im Ballbesitz: Wer bewegt sich zum Ball, wer hält bewusst Abstand? Wie sind Breite und Tiefe besetzt? Was verändert sich bei einer Verlagerung? Such dabei nicht den perfekten Abstand. Den gibt’s nicht. Schau lieber, wie sich die Abstände mit dem Ball verändern.

Häufige Fragen zum Positionsspiel

Was ist Positionsspiel im Fußball?

Beim Positionsspiel besetzt und nutzt dein Team im Ballbesitz Räume gezielt. Die Spieler schaffen Passwege, unterstützen sich und öffnen Räume für den nächsten Angriff, damit der Ballführende möglichst gute Anspielmöglichkeiten hat. Rund um den Ball stehen sie eng, weiter weg halten andere Breite und Tiefe. So entstehen Dreiecke und Rauten, über die die Mannschaft auch unter Druck weiterspielen kann. Es geht weniger um feste Positionen als um gute Abstände.

Was bedeutet „ballnah eng, ballfern breit“?

Das ist ein Prinzip für den eigenen Ballbesitz. Die Spieler in der Nähe des Balls stehen eng, damit es kurze Passwege gibt. Die Spieler weit weg vom Ball halten bewusst Abstand, meist an der Seitenlinie oder in der Tiefe. So bleibt eine Verlagerung möglich. Wechselt der Ball die Seite, tauschen die Aufgaben: Wer eben ballfern war, ist plötzlich ballnah.

Wie erkenne ich schlechte Raumaufteilung?

Achte auf drei Bilder. Zu große Abstände: Der Ballführende hat kaum Anspielstationen, Pässe werden lang. Zu kleine Abstände: Mehrere Spieler stehen im selben Raum und nehmen sich die Passwege weg. Zu viele auf einer Seite: Viele kurze Verbindungen, aber der Rest des Feldes ist leer. In allen drei Fällen fehlt die Balance zwischen Nähe und Weite.

Was ist der Unterschied zwischen Positionsspiel und Kompaktheit?

Positionsspiel beschreibt vor allem die Raumaufteilung mit Ball. Kompaktheit beschreibt meist die Mannschaft gegen den Ball: Die Spieler rücken zusammen, damit der Gegner wenig Platz zwischen den Linien hat. Beides hängt zusammen. Wer im Ballbesitz gute Abstände hat und gegen Konter abgesichert ist, ist nach einem Ballverlust schneller wieder kompakt, weil die Wege kurz sind.

Wie bringe ich meiner Mannschaft Positionsspiel bei?

Fang mit einer Aufgabe an, nicht mit einem System. Gib einem Spieler den festen Auftrag, auf der ballfernen Seite breit zu bleiben. Im Training helfen Spielformen mit Zonen: Jede Zone darf nur von einem oder zwei Spielern besetzt sein. So merken die Spieler, dass gute Abstände Platz schaffen. Später kommen Verlagerungen und Positionswechsel dazu.

14 Tage Taktik, jeden Tag eine Mail

Abstände und Raumaufteilung sind eines von 12 Themen im 1x1SPORT Taktikblick. Dazu Drittel und Spuren, Formationen, Zwischenlinienraum, Deckungsschatten und Restverteidigung. Fast jede Mail mit Board und einer Aufgabe fürs nächste Spiel.

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