Positionen

Fußball-Positionen erklärt: alle Positionen mit Nummern, Abkürzungen und Aufgaben

Was macht eigentlich ein 8er? Und warum steht die 6 bei vielen Teams gar nicht mehr hinten? Hier findest du jede Position auf einen Blick. Jede Grafik kannst du mit einem Klick in der kostenlosen Taktiktafel öffnen.

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Welche Positionen gibt es im Fußball?

Ein Fußballteam hat vier Mannschaftsteile: Torwart, Abwehr, Mittelfeld und Angriff. Innerhalb dieser Teile kann man rund 15 bis 20 gängige Positionen unterscheiden. Das ist eine Einteilung zur Orientierung, keine offizielle Zahl, denn eine feste Liste gibt es nicht. Welche Positionen auf dem Platz stehen, entscheidet die Formation, also die Grundordnung deiner Mannschaft.

Die Grafik oben zeigt alle Positionen gleichzeitig. Das ist keine echte Aufstellung, denn elf Spieler stehen nie auf allen 18 Plätzen. Sie zeigt aber, wo welche Rolle zu Hause ist.

PositionAbkürzungEnglischTypische NummerMannschaftsteil
TorwartTWGK1Tor
InnenverteidigerIVCB4, 5Abwehr
Außenverteidiger links/rechtsLV / RVLB / RB3 / 2Abwehr
Libero–Sweeper5Abwehr (historisch)
Schienenspieler (Wingback)LAV / RAVLWB / RWB–Abwehr/Mittelfeld
Defensives Mittelfeld (6er)ZDMCDM6Mittelfeld
Zentrales Mittelfeld (8er)ZMCM8Mittelfeld
Offensives Mittelfeld (10er)ZOMCAM10Mittelfeld
Linkes/rechtes MittelfeldLM / RMLM / RM11 / 7Mittelfeld
Flügelstürmer links/rechtsLF / RF (auch LA / RA)LW / RW11 / 7Angriff
Mittelstürmer (9er)ST oder MSST / CF9Angriff
Hängende Spitze–Second Striker–Angriff
Falsche 9–False Nine9Angriff

„Typische Nummer“ ist eine verbreitete Konvention aus der Geschichte der Rückennummern, keine weltweit einheitliche Regel. Auf dem Trikot kann heute jede Nummer stehen, mehr dazu bei den Nummern. Auch für die Abkürzungen gibt es keine verbindliche Liste, es sind gängige Kürzel. LIB, HS und F9 auf unseren Grafiken haben wir selbst gewählt, damit man die Positionen auf dem Bild unterscheiden kann.

Torwart (TW)

Torwart im 4-3-3 · In der Taktiktafel öffnen

Der Torwart ist der einzige Spieler, der den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand spielen darf, mit Ausnahmen: Spielt ihm ein Mitspieler den Ball absichtlich mit dem Fuß zu oder wirft er ihn per Einwurf zu, darf er ihn nicht in die Hand nehmen. Seine Hauptaufgabe ist klar: Tore verhindern. Dazu gehört mehr als Bälle halten. Er steuert die Abwehr von hinten, weil er das ganze Spiel vor sich sieht. Und er fängt Steilpässe in den Rücken der Verteidigung ab, bevor sie gefährlich werden.

In vielen Teams ist der Torwart heute auch der erste Aufbauspieler. Er bekommt den Ball zurück, spielt flach zum Innenverteidiger oder chippt über die erste Pressinglinie. Pressinglinie heißt: die vorderste Reihe Gegner, die dich anläuft.

Was er braucht: Mut beim Herauslaufen, eine laute Stimme und saubere Pässe mit beiden Füßen.

Trainer-Tipp: Lass deinen Torwart bei Spielformen auch mal mitspielen statt nur zu halten. Er lernt so, mit dem Ball am Fuß ruhig zu bleiben.

Abwehr

Die Abwehr ist die letzte Linie vor dem Torwart. In den meisten Formationen spielen vier Verteidiger, in der Viererkette zwei innen und zwei außen. Es gibt auch Dreier- und Fünferketten, dann ändern sich die Rollen auf den Außenbahnen. Wie das in den einzelnen Systemen aussieht, zeigen wir auf den Formationsseiten.

Innenverteidiger (IV)

Die zwei Innenverteidiger im 4-4-2 · In der Taktiktafel öffnen

Die Innenverteidiger stehen zentral vor dem eigenen Tor. Gegen den Ball verteidigen sie das Zentrum, gewinnen Kopfballduelle und halten den gegnerischen Stürmer vom Tor fern. Die zwei arbeiten als Paar: Einer geht zum Gegner, der andere sichert ab. Fehlt diese Absicherung, reicht ein Doppelpass, und der Stürmer ist durch.

Mit Ball eröffnen Innenverteidiger das Spiel. Sie passen ins Mittelfeld, verlagern auf die andere Seite oder treiben den Ball selbst nach vorne, wenn vor ihnen Platz ist.

Was sie brauchen: Zweikampfstärke, Kopfballspiel, Spielverständnis. Und Ruhe am Ball, denn ein Fehlpass hier ist meistens eine Torchance für den Gegner.

Außenverteidiger (LV / RV)

Linker und rechter Verteidiger im 4-4-2 · In der Taktiktafel öffnen

Die Außenverteidiger spielen links und rechts in der Viererkette. Gegen den Ball verteidigen sie die Flügel. Sie stoppen den gegnerischen Außenspieler und verhindern Flanken. Rückt der Ball auf die andere Seite, schieben sie mit ein und machen die Kette kompakt.

Mit Ball sind Außenverteidiger heute oft wichtige Angreifer. Sie hinterlaufen den eigenen Flügelspieler und flanken von der Grundlinie. Manche rücken auch ins Zentrum ein und helfen im Mittelfeld. Das nennt man invertierter Außenverteidiger.

Was sie brauchen: Ausdauer für die ganze Linie rauf und runter, Tempo, gute Flanken und Disziplin, wann es nach vorne geht und wann nicht.

Libero

Libero hinter der Abwehrkette (historisch) · In der Taktiktafel öffnen

Libero ist italienisch und heißt „frei“. Gemeint ist ein Verteidiger ohne festen Gegenspieler, der hinter der Abwehrkette steht und alles abräumt, was durchkommt. Eine vergleichbare Rolle gab es schon in den 1930er-Jahren im Schweizer Riegel (Verrou) von Karl Rappan. Bekannt wurde der Libero aber durch den Catenaccio, eine sehr defensive Spielweise italienischer Teams in den 1960er-Jahren.

In Deutschland verbindet man den Libero vor allem mit Franz Beckenbauer. Er hat die Rolle in den 1970ern geprägt, indem er nicht nur absicherte, sondern selbst nach vorne rückte und Angriffe einleitete.

Heute ist der klassische Libero weitgehend verschwunden. Mit Viererkette und Raumdeckung steht die Abwehr auf einer Linie, statt einen Mann dahinter zu haben. Raumdeckung heißt im Kern: Die Spieler orientieren sich an Räumen und am Ball statt an einem festen Gegenspieler. Situativ übernimmt trotzdem jeder den Gegner, der in seinen Raum kommt. Die Aufgaben des Liberos haben andere übernommen: Den Spielaufbau machen Innenverteidiger und 6er, das Ablaufen langer Bälle macht oft der mitspielende Torwart.

Schienenspieler / Wingback (LAV / RAV)

Linker und rechter Schienenspieler im 3-5-2 · In der Taktiktafel öffnen

Schienenspieler gibt es vor allem in Systemen mit Dreierkette, etwa im 3-5-2 oder 3-4-3. Sie beackern die komplette Außenbahn, von der eigenen Grundlinie bis zur gegnerischen. Darum heißt die Rolle „Schiene“.

Mit Ball geben sie dem Team die Breite, sie stehen hoch und flanken. Gegen den Ball laufen sie zurück, und aus der Dreierkette wird eine Fünferkette. Halb Verteidiger, halb Flügelspieler.

Was sie brauchen: Weil sie offensiv und defensiv große Räume abdecken, stellt die Position hohe Anforderungen an Ausdauer, Tempo und wiederholte intensive Läufe. Dazu kommen Flanken und ein gutes Gespür, wann sie hoch stehen dürfen.

Mittelfeld

Das Mittelfeld verbindet Abwehr und Angriff. Hier wird das Spiel gestaltet, und hier fallen die meisten Entscheidungen: Wohin geht der Ball? Wer sichert ab? Wer rückt nach? Die Rollen werden oft mit Zahlen benannt, mit dem 6er, dem 8er und dem 10er. Woher diese Zahlen kommen, erklären wir bei den Nummern.

6er: defensives Mittelfeld (ZDM)

Der 6er im 4-1-4-1 · In der Taktiktafel öffnen

Der 6er spielt direkt vor der Abwehr. Gegen den Ball schließt er die Mitte, fängt Pässe ab und gewinnt zweite Bälle. Zweite Bälle sind die Abpraller nach einem Kopfball- oder Zweikampfduell. Er ist der Schutzschild vor den Innenverteidigern.

Mit Ball ist der 6er oft der Taktgeber. Er holt sich den Ball von den Verteidigern und verteilt ihn weiter, kurz in die Mitte oder lang auf die Seite. Viele Teams spielen mit zwei 6ern nebeneinander. Das nennt man Doppelsechs, zum Beispiel im 4-2-3-1.

Was er braucht: Übersicht, ein gutes Stellungsspiel und sichere Pässe. Er muss nicht der Schnellste sein. Er muss nur fast immer richtig stehen.

8er: zentrales Mittelfeld (ZM)

Die zwei 8er im 4-3-3 · In der Taktiktafel öffnen

Der 8er ist ein zentraler Mittelfeldspieler, der Abwehr und Angriff verbindet. In der klassischen Box-to-Box-Rolle arbeitet er von Strafraum zu Strafraum: Er verteidigt mit, presst nach vorne und taucht im gegnerischen Strafraum auf. Moderne 8er übernehmen aber auch andere Aufgaben. Sie helfen tiefer im Spielaufbau, besetzen die Halbräume oder stoßen gezielt in die Spitze vor.

Im 4-3-3 spielen zwei 8er neben einem 6er. Oft bewegen sie sich in den Halbräumen. Das sind die Räume zwischen Mitte und Flügel. Sie sind schwer zu verteidigen, weil sich dort zentrale und äußere Verteidiger abstimmen müssen und der Spieler am Ball viele Pass- und Laufoptionen hat. Wo genau die Halbräume liegen, zeigt das Fußballfeld mit Zonen.

Was er braucht: Ausdauer, Zweikampfstärke, einen guten Pass und den Instinkt für den richtigen Moment, um nach vorne zu gehen.

10er: offensives Mittelfeld (ZOM)

Der 10er im 4-2-3-1 · In der Taktiktafel öffnen

Der 10er ist der klassische Spielmacher. Er spielt hinter den Stürmern im Zwischenlinienraum, also zwischen der gegnerischen Abwehr und deren Mittelfeld. Dort bekommt er den Ball, dreht sich auf und spielt den entscheidenden Pass. Oder er schießt selbst.

Gegen den Ball ist er oft der erste Mittelfeldspieler, der den gegnerischen 6er zustellt. Dabei verhindert er, dass dieser frei angespielt wird. Ein 10er, der nur auf den Ball wartet, ist heute selten geworden.

Was er braucht: Kreativität, eine gute erste Ballannahme, Spielübersicht und Mut für den riskanten Pass. Typisch ist er im 4-2-3-1 und in der 4-4-2-Raute.

Linkes / rechtes Mittelfeld (LM / RM)

Linkes und rechtes Mittelfeld im 4-4-2 · In der Taktiktafel öffnen

Die Außenbahnspieler im Mittelfeld spielen vor allem in Systemen mit Viererreihe im Mittelfeld, wie dem 4-4-2. Sie arbeiten auf beiden Seiten des Balls. Mit Ball geben sie Breite, gehen ins Eins-gegen-Eins oder flanken. Gegen den Ball laufen sie mit zurück und helfen dem Außenverteidiger, die Seite dicht zu machen.

Der Unterschied zum Flügelstürmer: LM und RM stehen tiefer und haben mehr Defensivarbeit. Sie sind die Verbindung zwischen Außenverteidiger und Angriff.

Was sie brauchen: Laufbereitschaft, Tempo, Flanken und die Bereitschaft, nach hinten mitzuarbeiten.

Angriff

Der Angriff soll Tore schießen oder vorbereiten. Je nach System spielen ein, zwei oder drei Angreifer. Dazu kommen Spezialrollen wie die hängende Spitze und die falsche 9. Gegen den Ball hängt ihre Aufgabe davon ab, wo dein Team presst. Bei hohem Pressing laufen sie den Gegner schon an dessen Strafraum an. Bei mittlerem oder tiefem Pressing stellen sie Passwege zu und lenken das Spiel auf eine Seite.

Flügelstürmer (LF / RF)

Linker und rechter Flügelstürmer im 4-3-3 · In der Taktiktafel öffnen

Flügelstürmer, auch Außenstürmer genannt, spielen vorne links und rechts. Sie suchen das Eins-gegen-Eins mit dem Außenverteidiger, dribbeln zur Grundlinie und flanken. Oder sie ziehen nach innen und schießen selbst.

Viele Teams setzen ihre Flügel „falsch herum“ ein: den Linksfuß rechts, den Rechtsfuß links. So ziehen sie beim Dribbling nach innen auf ihren starken Fuß und kommen direkt zum Abschluss. Gegen den Ball laufen sie den gegnerischen Außenverteidiger an oder schneiden den Pass dorthin ab.

Was sie brauchen: Tempo, Dribbling, Abschluss und den Mut, es immer wieder zu versuchen, auch nach dem dritten verlorenen Duell.

Mittelstürmer / 9er (ST)

Der Mittelstürmer im 4-3-3 · In der Taktiktafel öffnen

Der Mittelstürmer, oft einfach 9er genannt, ist der vorderste Spieler im Zentrum. Seine Hauptaufgabe: Tore schießen. Dazu braucht er Laufwege in die Tiefe, ein gutes Timing im Strafraum und einen sicheren Abschluss mit Fuß und Kopf.

Ein guter 9er macht aber mehr. Er macht Bälle fest, wenn sein Team hoch spielt. Er legt für nachrückende Mitspieler ab, und er zieht Verteidiger auf sich, damit andere Platz haben. Gegen den Ball ist er oft die erste Pressingstation. Er läuft die Innenverteidiger an oder lenkt das Spiel des Gegners auf eine Seite, je nachdem, wie hoch dein Team presst.

Was er braucht: Abschlussstärke, Durchsetzungsvermögen, Kopfballspiel und Geduld. Manche Spiele hat ein Stürmer drei Ballkontakte, und einer davon muss sitzen.

Hängende Spitze

Die hängende Spitze im 4-4-1-1 · In der Taktiktafel öffnen

Die hängende Spitze spielt etwas hinter dem Mittelstürmer, zwischen Sturm und Mittelfeld. Sie ist eine Mischung aus Stürmer und 10er. Sie holt sich Bälle im Zwischenlinienraum, kombiniert mit dem 9er und stößt selbst in den Strafraum. Typisch ist die Rolle im 4-4-1-1. Das ist ein 4-4-2, bei dem einer der beiden Stürmer zurückgezogen spielt.

Gegen den Ball stellt die hängende Spitze oft den gegnerischen 6er zu. So kann der Gegner sein Spiel nicht über die Mitte aufbauen.

Was sie braucht: Spielintelligenz, eine gute Ballannahme unter Druck, Abschluss und ein gutes Gefühl für freie Räume.

Falsche 9

Die falsche 9 lässt sich ins Mittelfeld fallen · In der Taktiktafel öffnen

Die falsche 9 steht auf dem Papier als Mittelstürmer, spielt aber nicht wie einer. Statt vorne zu warten, lässt sie sich ins Mittelfeld fallen. Das bringt die gegnerischen Innenverteidiger in ein Dilemma. Gehen sie mit, entsteht hinter ihnen eine Lücke für die nachstoßenden Flügel und 8er. Bleiben sie stehen, hat die falsche 9 im Mittelfeld Zeit und Platz.

Die Idee ist alt. Schon Nándor Hidegkuti verwirrte so 1953 beim 6:3 Ungarns in Wembley die englische Abwehr. Bekannt wurde die Rolle aber durch Lionel Messi unter Pep Guardiola ab 2009.

Was sie braucht: eine starke Technik auf engem Raum, Übersicht und Abschluss. Und Mitspieler, die in die frei werdenden Räume laufen. Ohne die ist die falsche 9 nur ein Stürmer, der zu weit hinten steht.

Positionen nach Nummern: 6er, 8er, 10er und Co.

Verbreitete Rückennummern im 4-2-3-1 · In der Taktiktafel öffnen

Warum heißt der defensive Mittelfeldspieler 6er? Die Antwort liegt fast hundert Jahre zurück. 1928 experimentierten englische Vereine mit Rückennummern, 1939 wurden sie im englischen Ligafußball Pflicht. Das damals verbreitete 2-3-5-System prägte die traditionelle Zuordnung der Nummern 1 bis 11. In Deutschland gibt es Rückennummern seit der Saison 1948/49.

Die alte Zuordnung im 2-3-5:

  • 1: Torwart
  • 2 und 3: Verteidiger
  • 4 und 6: Außenläufer
  • 5: Mittelläufer
  • 7: Rechtsaußen
  • 8: Halbrechter
  • 9: Mittelstürmer
  • 10: Halblinker (linker Innenstürmer)
  • 11: Linksaußen

Mit neuen Systemen sind die Spieler gewandert, und die Nummern haben sich je nach Land unterschiedlich weiterentwickelt. Ein Beispiel ist das WM-System der 1930er-Jahre: Der Mittelläufer mit der 5 rückte zwischen die beiden Verteidiger und wurde zum zentralen Abwehrspieler. Verbreitet ist heute diese Zuordnung, die Grafik zeigt sie im 4-2-3-1:

  • 1: Torwart
  • 2: rechter Verteidiger
  • 3: linker Verteidiger
  • 4 und 5: Innenverteidiger
  • 6: defensives Mittelfeld
  • 8: zentrales Mittelfeld
  • 10: offensives Mittelfeld
  • 7 und 11: außen
  • 9: Mittelstürmer

Je nach Land und Team weicht das ab, zum Beispiel wenn 7 und 11 die Seiten tauschen.

Feste Rückennummern, die ein Spieler die ganze Saison trägt, gibt es in der Bundesliga seit der Saison 1995/96. Vorher trug die Startelf einfach 1 bis 11. Darum sind „6er“, „8er“ und „10er“ heute Rollen, keine Trikots. Ein Spieler mit der 23 auf dem Rücken kann der beste 6er der Liga sein.

Abkürzungen der Positionen: Deutsch und Englisch

In Aufstellungen, Spielberichten und Videospielen begegnen dir ständig Kürzel. Hier die wichtigsten im Überblick.

DeutschBedeutungEnglischBedeutung (EN)
TWTorwartGKGoalkeeper
IVInnenverteidigerCBCentre Back
LIV / RIVlinker / rechter InnenverteidigerLCB / RCBLeft / Right Centre Back
LV / RVlinker / rechter VerteidigerLB / RBLeft / Right Back
LAV / RAVlinker / rechter Außenverteidiger, oft für SchienenspielerLWB / RWBLeft / Right Wing Back
ZDMzentrales defensives MittelfeldCDMCentral Defensive Midfielder
ZMzentrales MittelfeldCMCentral Midfielder
ZOMzentrales offensives MittelfeldCAMCentral Attacking Midfielder
LM / RMlinkes / rechtes MittelfeldLM / RMLeft / Right Midfielder
LF / RF, LA / RAlinker / rechter Flügel (Außen)LW / RWLeft / Right Winger
ST, MSStürmer, MittelstürmerST, CFStriker, Centre Forward

Die Kürzel sind nicht überall gleich. Gerade bei Stürmern und Flügeln findest du je nach Quelle unterschiedliche Varianten, und zwischen Striker (ST) und Centre Forward (CF) gibt es feine Unterschiede. Viele kennen die englischen Abkürzungen aus Fußball-Videospielen. Innerhalb eines Spiels sind sie einheitlich, zwischen verschiedenen Spielen, Sprachen und Analyseprogrammen aber nicht immer.

Positionen in verschiedenen Formationen

Positionen sind keine festen Punkte auf dem Platz, sie hängen von der Formation ab. Im flachen 4-4-2 spielen zwei Stürmer vor einer Viererreihe im Mittelfeld, einen klassischen 10er gibt es dort nicht. Anders in der 4-4-2-Raute: Dort spielt ein 10er hinter den beiden Spitzen. Im 4-2-3-1 spielen zwei 6er, ein 10er und zwei offensive Außen hinter einer einzelnen Spitze. Im 4-3-3 teilen sich ein 6er und zwei 8er das Zentrum, vorne stürmen zwei Flügelstürmer und ein 9er. Im 3-5-2 übernehmen Schienenspieler die komplette Außenbahn.

Das heißt für dich als Trainer: Wenn du die Formation wechselst, ändern sich die Aufgaben deiner Spieler. Wer im 4-4-2 rechtes Mittelfeld spielt, hat im 3-5-2 als Schienenspieler andere Laufwege. Er muss zum Beispiel öfter die ganze Außenbahn allein abdecken. Alle Formationen mit Positionen, Stärken und Schwächen findest du in der Formationen-Übersicht.

Positionen im Kinder- und Jugendfußball

Im Kinderfußball gilt: erst alles ausprobieren, dann spezialisieren. Wer mit acht Jahren nur Verteidiger spielt, lernt nie, wie sich ein Dribbling im letzten Drittel anfühlt. Und auch nicht, warum Stürmer manchmal frustriert sind. Lass deine Kids die Positionen durchwechseln, auch im Tor.

In den kleinen Spielformen gibt es ohnehin kaum feste Positionen, und viele werden ganz ohne Torwart gespielt. Beim Funino mit vier Minitoren ist jeder mal hinten und mal vorne. Feste Rollen kommen schrittweise dazu, wenn die Felder größer werden. Welche Spielform zu welcher Altersklasse gehört, steht auf der Seite Spielfeldgrößen im Jugendfußball.

Ab dem Kleinfeld mit 7 oder 9 Spielern lohnt es sich, Positionen zu erklären. Am besten mit einem Bild statt fünf Minuten Theorie im Stuhlkreis. Zeichne die Positionen in der Taktiktafel ein und zeig sie auf dem Handy oder Tablet. So sieht jeder sofort, wo er hingehört.

Positionen erklären: mit der Taktiktafel

Alle Grafiken auf dieser Seite sind mit der kostenlosen Taktiktafel von Taktikapp gezeichnet. Klick auf „In der Taktiktafel öffnen“, und das Board öffnet sich direkt im Browser, ohne Download und ohne Konto.

Mit „Dieses Board anpassen“ machst du dir eine eigene Kopie. Dafür brauchst du ein kostenloses Konto: E-Mail eintragen, der Login-Link kommt sofort. Danach kannst du Spieler verschieben, Namen eintragen, Laufwege einzeichnen und das Board per Link in die Team-Gruppe schicken oder als PNG an deinen Co-Trainer.

Du willst gleich eine ganze Aufstellung bauen? Dann geht's hier weiter: Fußball-Aufstellung erstellen. Für die Positionen im Training lohnt sich ein Blick in den Kurs Individuelles Positionstraining auf 1x1SPORT.

Häufige Fragen zu Fußball-Positionen

Wie viele Positionen gibt es im Fußball?

Auf dem Platz stehen elf Spieler, aber es gibt mehr Positionen als elf. Je nachdem, wie fein man unterscheidet, sind es rund 15 bis 20 gängige Positionen: Torwart, Innen- und Außenverteidiger, Schienenspieler, 6er, 8er, 10er, linkes und rechtes Mittelfeld, Flügelstürmer, Mittelstürmer, hängende Spitze und falsche 9, dazu historisch der Libero. Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Welche Positionen eine Mannschaft besetzt, hängt von der Formation ab.

Was ist ein 6er im Fußball?

Der 6er ist der defensive Mittelfeldspieler direkt vor der Abwehr. Er schließt die Mitte, fängt Pässe ab und verteilt den Ball nach Ballgewinn weiter. Der Name kommt von der alten Rückennummer 6. Heute beschreibt „6er“ die Rolle, nicht die Trikotnummer. Spielen zwei defensive Mittelfeldspieler nebeneinander, spricht man von einer Doppelsechs.

Was ist der Unterschied zwischen 8er und 10er?

Der 8er verbindet Abwehr und Angriff, klassisch als Box-to-Box-Spieler von Strafraum zu Strafraum. Moderne 8er helfen auch im Spielaufbau oder besetzen die Halbräume. Der 10er spielt weiter vorne hinter den Stürmern und ist der Spielmacher für den letzten Pass. Grob gesagt: Der 8er arbeitet über das ganze Feld, der 10er entscheidet in Tornähe. In vielen modernen Systemen verschwimmen die Rollen.

Was ist eine falsche 9?

Eine falsche 9 ist ein Mittelstürmer, der sich immer wieder ins Mittelfeld fallen lässt, statt vorne zu bleiben. Gehen die gegnerischen Innenverteidiger mit, entsteht dahinter Platz für nachstoßende Mitspieler. Bleiben sie stehen, hat die falsche 9 im Mittelfeld Zeit am Ball. Bekannt wurde die Rolle durch Lionel Messi unter Pep Guardiola, die Idee ist aber deutlich älter.

Gibt es den Libero noch?

Als feste Position kaum noch. Der Libero war ein freier Verteidiger hinter der Abwehrkette. Italienische Teams spielten noch bis in die 1990er-Jahre damit. Mit Viererkette und Raumdeckung steht die Abwehr heute auf einer Linie. Seine Aufgaben übernehmen andere: Innenverteidiger und 6er bauen das Spiel auf, der Torwart läuft lange Bälle hinter der Abwehr ab.

Was bedeuten IV, AV und ZM?

IV steht für Innenverteidiger, AV für Außenverteidiger (links LV, rechts RV) und ZM für zentrales Mittelfeld. Weitere häufige Kürzel sind TW für Torwart, ZDM für defensives Mittelfeld (6er), ZOM für offensives Mittelfeld (10er), LM/RM für linkes und rechtes Mittelfeld sowie ST für Stürmer. Die komplette Liste mit den englischen Entsprechungen steht in der Tabelle oben.

Wie heißen die Fußball-Positionen auf Englisch?

Torwart heißt Goalkeeper (GK), Innenverteidiger Centre Back (CB), Außenverteidiger Left/Right Back (LB/RB), Schienenspieler Wing Back (LWB/RWB). Im Mittelfeld gibt es Defensive Midfielder (CDM), Central Midfielder (CM) und Attacking Midfielder (CAM). Vorne spielen Winger (LW/RW) und Striker (ST) bzw. Centre Forward (CF).

Welche Nummer hat welche Position?

Häufig gilt: 1 Torwart, 2 rechter und 3 linker Verteidiger, 4 und 5 Innenverteidiger, 6 defensives Mittelfeld, 8 zentrales Mittelfeld, 10 Spielmacher, 7 und 11 die Außen, 9 Mittelstürmer. Die Zuordnung stammt aus dem alten 2-3-5-System. Das ist eine verbreitete Konvention, keine feste Regel. Seit es feste Rückennummern gibt (in der Bundesliga seit 1995/96), kann jeder Spieler jede Nummer tragen.

Welche Position passt zu meinem Kind?

Im Kinderfußball am besten noch gar keine feste. Lass dein Kind alle Positionen ausprobieren, auch das Tor. So lernt es das Spiel aus jeder Perspektive kennen, und du siehst, wo seine Stärken liegen. Spezialisierung kommt später von selbst, wenn die Felder größer werden und die Spielformen mehr Struktur haben.

Wie zeichne ich Positionen in der Taktiktafel ein?

Öffne die kostenlose Taktiktafel von Taktikapp im Browser, wähl ein Feld und setz die Spieler mit einem Klick. Du kannst jedem Spieler eine Abkürzung oder Nummer geben, Formationen per Vorlage laden und Flächen hinter die Spieler legen, so wie in den Grafiken auf dieser Seite. Jede Grafik hier kannst du direkt als Board öffnen und mit einem kostenlosen Konto als eigene Kopie anpassen.

Quellen & Stand

Stand: Oktober 2026. Die Aufgaben der einzelnen Positionen beschreiben gängiges Trainerwissen. Die historischen Angaben und Regeln stützen sich auf diese Quellen. Hast du einen Fehler entdeckt? Schreib uns, dann passen wir's an.

Die Grafiken stehen unter CC BY-NC 4.0, Details auf der Seite Bildnutzung.

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